Mit der Produktion von Bier beschäftigten sich während des abgelaufenen Semesters die Wirtschaftsinformatiker des Jahrgangs 2015 in Brühl und Neuss während einer Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Rainer Paffrath. Bei einem Mega-Stundenplan, der nicht selten von 8 bis 19 Uhr prall gefüllt ist und mehrstündige Vorlesungseinheiten enthält, ist ein Business-Planspiel nicht nur eine willkommene Abwechslung für die Studierenden. Wahrscheinlich bleibt auch einfach mehr hängen als bei stundenlanger „Einbahnstraßen-Beschallung“.

Die Studierenden bildeten zunächst eine Unternehmensgruppe rund um eine bislang unverbundene Brauerei, die nun gemeinsam mit Einzelhändlern, Logistikern und Großhändlern zusammenarbeiten und eine gut funktionierende Supply Chain ins Leben rufen sollte. Anfangs lief die Zusammenarbeit nicht, doch die gut geplante und schrittweise Einführung  verschiedener miteinander verknüpfter Informationssysteme sollte für eine reibungslose Supply Chain von der Brauerei bis zum Verbraucher sorgen. Das jedenfalls war die Aufgabe, der sich die Studierenden im Seminarraum bei diesem spannenden Planspiel stellen sollten.

Wie im richtigen Leben war es auch hier mit dem Einsatz von neuen Softwaresystemen bei weitem nicht getan. Die Wirtschaftsinformatiker mussten sich auch darum kümmern, dass die Mitarbeiter in Sales, Marketing, Produktion und Technik gut zusammenarbeiten können. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse erfordert das für Wirtschaftsinformatiker so wichtige managementorientierte Denken und Handeln. Die Studierenden übernahmen Rollen in der Geschäftsleitung mit voller Verantwortung für Gewinne und Verluste. Managementkenntnisse und technische Kompetenz waren gleichermaßen gefordert.

Bei dem Mix zwischen Online- und Rollenspiel erlebten die Studierenden, wie sich die Zusammenarbeit allmählich verbesserte, hatten aber natürlich auch mit der Beseitigung diverser Hindernisse zu kämpfen. Sie erfuhren am praktischen Beispiel einerseits den Nutzen verschiedener Anwendungssysteme im Unternehmensalltag. Sie merkten aber auch sehr schnell, wie schwierig es ist, solche Systeme einzuführen. Mit einer guten Systementwicklung alleine ist nämlich noch nichts gewonnen.

Im Laufe des Semesters zeigte sich, dass das noch ganz neue Spiel sehr viel Potenzial hat, aber auch an einigen Stellen noch unzureichend ist. Bisher haben es nur wenige Leute durchgespielt und deshalb gab es einen intensiven Austausch zwischen Prof. Paffrath und dem Spielautor.  Aus der EUFH kamen eine ganze Reihe Verbesserungsvorschläge, die der Autor auch dankbar aufnahm und nun nutzen wird, um das Spiel weiter zu entwickeln und für künftige Teilnehmer nochmals zu verbessern. „Es ist eine geniale Idee, die nur noch nicht ganz fertig entwickelt ist“, kommentierte Prof. Paffrath, der bestimmt demnächst auch anderen Studiengruppen die tolle Gelegenheit bieten wird, mit hohem Lerneffekt spielend Richtung Bachelor zu kommen.