In das Land „an der Spitze Europas“ zog es Dr. Barbara Schnieders im Februar. Eine Woche verbrachte sie im finnischen Seinäjoki, drei Autostunden nördlich von Helsinki. Eigentlich hatte sie sich im Vorfeld ihres Aufenthalts im Rahmen eines Erasmus-Dozentenaustauschs vor allen Dingen mit ihren Vorlesungen für die finnischen Studierenden konzentriert, aber was sie im hohen Norden vorfand, begeisterte sie dann in vielerlei Hinsicht.

In allererster Linie war es die tolle, moderne und architektonisch originelle Ausstattung unserer Partnerhochschule. In Seinajöki sind alle Gebäude lichtdurchflutet, sodass man sich ganz schnell sehr wohl fühlt. Ganz besonders faszinierend fand unsere Dozentin die Gestaltung der Bibliotheken (richtig gelesen, es ist nicht nur eine!). Da erinnert nichts an verstaubte Bücherlager mit endlosen Regalen, deren Anblick allein einen schon gähnen lässt. Hier lernt man in topmodernem Ambiente ohne Sprechverbot. Und wer absolute Ruhe braucht, der kann sich in eine der gemütlichen Leseecken verkrümeln und die ganze Welt um sich herum einfach vergessen.

Die Vorlesungen vergaß Dr. Barbara Schnieders dann doch nicht ganz. In englischer Sprache ging es in erster Linie um den Brexit, ein Thema, bei dem heiße Diskussionen vorprogrammiert waren.  Übrigens war die Dozentin von der EUFH keineswegs einziger Gast auf dem finnischen Campus, der sich bei unseren Studis großer Beliebtheit als Ziel fürs Auslandssemester erfreut. Insgesamt 90 Gäste von allen möglichen Partnerhochschulen aus aller Welt waren ebenfalls vor Ort, denn die Hochschule von Seinajöki feierte ihren 25. Geburtstag. So hatte sie die gute Gelegenheit, viele Gespräche mit anderen Hochschulvertretern zu führen, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.

Und dann gab’s auch noch ein interessantes Rahmenprogramm für die Gäste, das nicht alleine aus theoretischem Input, etwa zu interkulturellen Kompetenzen, bestand. Es gab auch eine ganz praxisnahe Einführung in die Vorzüge der finnischen Küche. Arctic Barbecue war angesagt und dabei wurden ungeheure Mengen köstlicher Lachs und alle nur denkbaren anderen Fische verarbeitet und verspeist.

Natürlich durfte außerdem ein Nachmittag in der finnischen Sauna nicht fehlen. Dafür wurden die internationalen Gäste mit einem Bus an einen nahe gelegenen und dick vereisten See gefahren. Zur Abkühlung ging es übers Eis in ein extra dafür gehacktes Loch. Und das auf Original-Socken von unserer Partnerhochschule. Andere Länder, andere Giveaways. So gab’s auf dem Weg von der Hitze in die Kälte jedenfalls keine kalten Füße. Die Ruhephasen in der Kälte fielen naturgemäß ziemlich kurz aus. Und so drängten sich die Gäste in der Sauna um den Aufgussofen. Zum Glück gab’s dazu kühle Drinks, was in Finnland ganz normal ist.

Die eisige Kälte irgendwo im Nirgendwo mit kurzen Tagen und sehr langen Nächten konnten Dr. Barbara Schnieders keineswegs schrecken. Ganz im Gegenteil. Sie will auf jeden Fall demnächst wieder nach Seinajöki. Es ging ihr wie den Studierenden, die dort, zum Teil über Erasmus, ihr Auslandssemester verbracht haben und von denen sie auch einige vor Ort getroffen hat. Sie war total begeistert.