Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der EUFH hatten kürzlich die Gelegenheit, den spannenden Produktionsprozess bei einer der größten Motorengießereien der Welt näher kennen zu lernen. Die Exkursion zum Eisenwerk Brühl GmbH, in unmittelbarer Nachbarschaft zum EUFH-Campus gelegen, ergänzte die Vorlesungen „Grundlagen des Wirtschaftsingenieurwesen“ des Dozenten Stefan Hecker.

Zwei Mitarbeiter des Unternehmens, welches kürzlich sein 92. Jubiläum feiern konnte, führten die Studierenden in die Geheimnisse des Eisengießens ein. Schon bei Gründung des Eisenwerks Brühl im Jahr 1927 setzte man auf die Massenproduktion von Motorblöcken. Durch die zunehmende Motorisierung und das Wachstum der deutschen Automobilindustrie wurde die Produktion erheblich ausgeweitet. Heute werden, dank der Hilfe von 2300 Mitarbeitern knapp 30.000 Motorblöcke am Tag gegossen. Damit schafft es das Eisenwerk, dass in jedem fünften PKW der Welt, der einen Eisenblock hat, ein Motorblock aus Brühl verbaut ist. Jährlich verlassen 5 Millionen Zylinder-Kurbel-Gehäuse (ZKG), wie die technisch korrekte Bezeichnung lautet, das Werk zu den weltweit führenden Automobilherstellern.

Den ersten und intensivsten Eindruck in den Produktionshallen konnten die Studierenden über die Nase wahrnehmen, denn „Prozessgase“ spielen in der Produktion eine wichtige Rolle. Beim Gießen der Motorblöcke benötigt man sogenannte Negativ-Werkzeuge – Formen, die den späteren Hohlraum des Blocks darstellen. Die „Platzhalter“ werden aus Quarzsand und Harz hergestellt, die dann mit Hilfe der Prozessgase ausgehärtet werden. Der nächste Schritt ist die Vereinigung der detailreichen „Platzhalter“ für Innenraum des Blocks mit dem Grundkörper des Negativ-Werkzeugs. Dank Roboterunterstützung läuft die Komplettierung der Gussform weitgehend automatisiert ab. Anschließend beginnt im wahrsten Sinne des Wortes die „heiße“ Phase, nämlich das Gießen des fertigen Motorblocks. Ein faszinierendes Bild bot sich den Studierenden, als sie in einen der leistungsstärksten Kupolöfen der Welt schauten. Hier werden pro Stunde 70 Tonnen Eisenschrott und unzählige Additive auf 1440-1460°C erhitzt und in Formen gegossen. Mit der Endkontrolle und der Verpackung für den Versand endete eine eindrucksvolle Führung durch ein noch eindrucksvolleres Werk, was die EUFH-Studenten bisher nur von außen kannten.

Exkursionen wie diese sind Bestandteil des innovativen Konzeptes der EUFH, durch ein duales Studium Theorie und Praxis optimal miteinander zu verzahnen. Der Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen“ umfasst neben ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen auch Lehrveranstaltungen in Betriebswirtschaftslehre. Absolventen sind nach dem Studium in der Lage, erklärungsbedürftige technische Produkte und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu platzieren und technologisch orientierte Kunden kompetent zu beraten. Sie arbeiten mit besten Zukunftschancen an der Schnittstelle zwischen Technik und Management.

Martin Hülser