Alexander Gabler sichert sich mit einem Würgegriff gegen Fares Badawi den Einzug in das Finale der Gewichtsklasse bis 73kg. Foto: Benedikt Ziegler (HSZ Aachen)

Alexander Gabler, der seit 2016 an der EUFH in Brühl Handelsmanagement studiert, ist frisch gebackener deutscher Hochschulmeister im Judo. Mitte Oktober holte er in Aachen den Titel durch sechs gewonnene Kämpfe an die EUFH. Nachdem er unter anderem auch den Titelverteidiger geschlagen hatte, stand er ganz oben auf dem Treppchen und ist für die Studenten-Europameisterschaften im nächsten Sommer in Zagreb qualifiziert. Wir gratulieren!

Der Einstieg in das Turnier gelang dem EUFH-Studenten perfekt. Nach 20 Sekunden gewann er mit einer vollen Wertung sehr schnell gegen den Gegner von der Universität Leipzig. In der Regel dauert ein Kampf im Judo vier Minuten, wenn man nicht vorzeitig durch eine volle Wertung, den „Ippon“, gewinnt. Vergleichbar ist dies mit dem KO im Boxen. Diese Wertung kann erzielt werden, indem der Gegner mit beiden Schultern bzw. mit dem kompletten Rücken auf die Matte geworfen wird.

Den zweiten Kampf bestritt Alexander Gabler gegen einen Bundesliga-Team-Kollegen seines Vereins, der bei der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Diesen Kampf konnte er ziemlich zügig schon nach 6 Sekunden für sich entscheiden. Kampf Nummer drei gegen einen mehrfachen Paralympics-Sieger von der Uni Karlsruhe endete nach rund zwei Minuten durch eine volle Wertung.

Nun befand er sich schon im Pool-Finale des Turniers. Vergleichbar ist das mit dem Viertel-Finale in anderen Sportarten. Er bestritt seinen Kampf gegen den amtierenden deutschen Hochschulmeister von der RWTH Aachen. Trotz Heimvorteil des Gegners gewann Alexander Gabler bereits nach 30 Sekunden. Im Halbfinale konnte er gegen einen Nationalkader-Athleten aus Syrien, der an der Hochschule Braunschweig studiert, durch dessen Aufgabe nach rund eineinhalb Minuten gewinnen.

So stand er dann also im Finale gegen einen Athleten von der Hochschule Leipzig. Bereits nach 40 Sekunden konnte er durch einen Schulterwurf den Gegner auf die Matte befördern, was zu einer vollen Wertung führte und auch diesen letzten Kampf vorzeitig entschied.

Für eine solche außergewöhnliche Leistung ist natürlich ein hoher Trainingsaufwand erforderlich. Zusätzlich zum dualen Studium ist das eine große Herausforderung. Der angehende Handelsmanager trainiert im Schnitt zweimal täglich am Olympiastützpunkt der Nationalmannschaft in Köln. „Es ist für mich ganz normal, dass ich meine erste Trainingseinheit bereits vor Arbeits- bzw. Unibeginn absolviert habe“, erzählt er. „Die zweite Einheit folgt dann nach den Vorlesungen bzw. nach Feierabend. Dies zu organisieren ist zwar manchmal etwas stressig, aber das gehört dazu :).“

Mit dem Sport begonnen hat der EUFH-Student bereits im Alter von sechs Jahren. Er ist kontinuierlich dabeigeblieben und hat es vor drei Jahren in die deutsche Nationalmannschaft geschafft, wo er bis heute mitkämpft. Sein Verein ist der 1. Godesberger Judo-Club, für den er auch in der ersten deutschen Judo-Bundesliga kämpft, auch wenn das noch junge Team leider den Abstieg dieses Jahr nicht verhindern konnte.

Momentan absolviert Alexander Gabler sein Auslandssemester in Paris, wo er die Möglichkeit hat, mit einem starken französischen Verein und auch mit der französischen Nationalmannschaft zu trainieren. „Judo ist faszinierend, weil es ist ein sehr dynamischer Sport ist, in dem zu jeder Zeit für die Kämpfer alle Möglichkeiten bestehen, einen Kampf zu gewinnen. Es ist ein Sport, bei dem Respekt und Leistung im Vordergrund stehen“, erklärt der Student seine Begeisterung und sein hohes Engagement. „Vor allem durch die Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft ist es mir möglich, rund um den Globus zu reisen und so viele Impressionen mitzunehmen. Das Team ist wie eine Familie für mich als Sportler, und ich werde bestmöglich unterstützt.“