Am vergangenen Mittwoch versammelte sich der Kurs General Management aus Neuss, Jahrgang 2015, mit Herrn Prof. Corsten und Frau Prof. Meyer-Thamer vor den Toren der Oettinger Brauerei in Mönchengladbach. Bei strahlender Sonne und angenehmen Biergarten-Temperaturen fand die letzte Exkursion des Studiums statt. Dabei stand diesmal, sehr zur Freude der Studenten, eine Besichtigung der Brauerei- und Abfüllanlagen in Verbindung mit einer Qualitätskontrolle des frisch gebrauten Endproduktes an.

Doch bevor die Tour losging, lud der Guide, Herr Meinolf Saure, erst einmal in die hauseigene Bierstube ein. Hier hatten die Studenten bereits die Gelegenheit, die komplette Produktpalette der Oettinger Brauerei zu verkosten, während sie einige grundlegende Informationen in einem netten, rheinischen Jargon nähergebracht bekamen. So wurden beispielsweise die fünf verschiedenen Geschäftsfelder des Unternehmens dargelegt. Neben den klassischen Tätigkeiten des Brauens und Abfüllens von eigenen Erzeugnissen befüllt und braut Oettinger noch für andere Betriebe und Brauereien, um die hochmodernen Produktions- und Abfüllanlagen im Dreischichtbetrieb optimal ausnutzen zu können. Daneben lizensiert Oettinger osteuropäische Brauereien zum Brauen von Oettinger-Produkten und exportiert das eigene Bier darüber hinaus in über 80 verschiedene Länder. Dadurch alleine wird der Ruf Oettingers, ein Billigbier zu sein, das nicht mit guten Geschmack aufwerten kann,widerlegt. Anschließend erklärte Herr Saure, warum Oettinger tatsächlich vollkommen zu Unrecht belächelt wird, denn die Brauerei steckt laut eigener Auskunft jeden Cent ins Bier und seine Qualität. So verzichtet Oettinger komplett auf ein Marketing oder den Vertrieb über Großhändler und verkauft direkt an die Einzelhändler, um so Kosten sparen zu können. Außerdem wird das Bier sogar mit eigener LKW-Flotte ausgeliefert und einen Fanshop mit Merchandise gibt es nur online. So schafft es Oettinger nicht nur, ein leckeres Bier zu brauen, sondern auch als einzige Großbrauerei mit dem „Ohne-Gentechnik-Siegel“ ausgezeichnet zu werden und trotzdem dem Kunden das Bier zu einem guten Preis anbieten zu können.

Im Anschluss an die erste Verköstigung wurden die modernen Abfüllanlagen besichtigt, die sich aus einer Waschstraße für Flaschen, der Etikettierung, der eigentlichen Abfüllung und der anschließenden Verpackung zusammensetzt. Hier konnten die Studenten live beobachten, dass Oettinger für namenhafte Marken wie bspw. Früh Kölsch die Dosenabfüllung übernimmt. Von der Abfüllung ging es in die benachbarte Produktion, wo Herr Saure zunächst den Brauprozess anschaulich erklärte. Anschließend konnten auch hier die hochmodernen Anlagen besichtigt werden, allerdings haben die verschiedenen Braukessel und Kühlanlagen nur ein Gefühl vermittelt, wie viel Aufwand und Zeit es in Anspruch nimmt, ein gutes Bier zu brauen. Um passend zum Studium die Verbindung zwischen dem Bierbrauen und der Betriebswirtschaftslehre schlagen zu können, wurde danach eine Abschlussarbeit vorgestellt, in der eine Gruppe von Studenten eine Erhebung zur Verbesserung des Images von Oettinger bei einer jugendlichen Zielgruppe thematisiert hat.

Die Tour endete damit, dass der GM-Kurs noch die Möglichkeit hatte, das Kühllager, in dem das fertig gebraute Bier bis zur Abfüllung lagert, zu besuchen. Hier fand das Highlight der gesamten Tour statt, denn die Studenten hatten die Möglichkeit, sämtliche frisch produzierten Biere wie bspw. Pils, Schwarzbier, Altbier oder ähnliches zu verkosten. Hierbei ließ sich auch Herr Saures These, dass „nichts so gut schmeckt wie ein frisch gebrautes Bier“ schnell untermauern, sodass die Studenten gerne auch noch mehr Zeit im Kühllager verbringen wollten. Abschließend gab Herr Saure noch einen seiner vergnüglichen Trinksprüche zum Besten und verabschiedete die Studenten damit von der hochinteressanten und sehr unterhaltsamen Tour.

Moritz Arbeiter