Zum zweiten Mal lief von November 2017 bis Februar 2018 ein spannendes interkulturelles Projekt im Rahmen des dualen Studiums in enger Kooperation mit unserer Partnerhochschule in der niederländischen Hauptstadt Den Haag. Studierende der The Hague University of Applied Sciences und der EUFH arbeiteten eng zusammen und erarbeiteten bei Meetings in Den Haag, Köln und Brühl oder aber auf Distanz per Skype und Co. gemeinsam Ergebnisse für ein Unternehmen. Beim ersten Mal ging es um Cyber Crime und um den Auftraggeber Nature’s Pride mit Hauptsitz in Den Haag, einem der weit und breit größten Importeure von Mangos und Avocados sowie von anderen exotischen und einheimischen Früchten.

Dieses Mal arbeiteten drei Wirtschaftsinformatiker und drei General Manager mit 15 niederländischen Studierenden an einem Projekt für GLOBALG.A.P, einen unserer Praxispartner in Köln. GAP steht für Good Agricultural Praxis. GLOBALG.A.P definiert und betreibt ein privates, weltweit angewendetes Qualitätssicherungs- und Zertifizierungssystem für die Landwirtschaft. Und die Projektaufgabe bestand darin, das IT-Projektmanagement der Organisation kritisch zu hinterfragen. Ein Unternehmen wie GLOBALG.A.P entwickelt sich natürlich stetig weiter. Dazu gibt es zu jeder Zeit eine Menge Projektvorschläge. Die Studierenden beschäftigten sich damit, wie man die Auswahl besonders Erfolg versprechender Projekte optimieren kann.

Der Startschuss fiel Ende November 2017 bei einem Treffen in der IT-Abteilung von GLOBALG.A.P in Köln. Nachdem der Auftrag klar war, ging die eigentliche Arbeit erst los. In gemischten Gruppen sollten Lösungen erarbeitet und dabei immer wieder Zwischenstände mit den betreuenden Dozenten in Den Haag und Brühl besprochen werden. An der EUFH waren Prof. Dr. Rainer Paffrath und Dr. Jens Nesper dafür zuständig. Die Studierenden machten dabei die wichtige Erfahrung, dass es wirklich nicht einfach ist, die Teamarbeit über Skype, What’s app oder Email zu koordinieren und zu vorzeigbaren Ergebnissen zu kommen. Zeitversetzte Prüfungsphasen an beiden Hochschulen und so manches andere erschwerten das Vorankommen erheblich.

Am Ende sollte aus den Ergebnissen der vier beteiligten Gruppen eine einzige Abschlusspräsentation entstehen, die GLOBALG.A.P wirklich weiterhilft. Es war also gefordert, dass die Studierenden einen guten Kundenblick entwickeln und unter Zeitdruck viele Erkenntnisse aus mehreren Monaten zu einer überzeugenden Präsentation zusammenzufügen. Kein leichter Job. In Den Haag fand schließlich eine Generalprobe statt, die gründlich daneben ging. Natürlich war das vor allem der Nervosität geschuldet und nach verunglückten Generalproben soll es ja schon oft glänzende Premieren gegeben haben. So war es letzten Endes auch hier. Denn schon am Tag nach den letzten Vorbereitungen in Den Haag wurde es in Köln bei GLOBALG.A.P ernst. Die Studierenden schafften es, Ergebnisse zu präsentieren, mit denen die Vertreter unseres Unternehmenspartners sehr zufrieden waren.

Neben jeder Menge Arbeit stand auch ein unterhaltsames gemeinsames Freizeitprogramm auf dem Plan, bei dem die Studierenden während einer Stadtführung durch Köln natürlich auch im Brauhaus einkehrten. In Den Haag gab es ebenfalls eine Führung durch die Stadt, die die niederländischen Studierenden selbst für ihre deutschen Kommilitonen auf die Beine gestellt hatten. Neben den wertvollen Erfahrungen in internationaler Teamarbeit kam also auch der gesellschaftliche Aspekt mit seinem Spaßfaktor nicht zu kurz. Momentan laufen bereits erste Vorbereitungen für die nächste Auflage dieser wirklich außergewöhnlichen Lehrveranstaltung mit unserer Partnerhochschule.

Renate Kraft