Ich bin das erste Mal im Oktober 2016 auf Working Out Loud (WOL) gestoßen, durch einen Impulsvortrag einer Digitalagentur. Damals sagte mir weder das Buch, das Prinzip noch der Autor (John Stepper) etwas. Über ein Jahr und mehrere sogenannte Zirkel später kann ich nur eine Empfehlung dazu aussprechen.

Im Hinblick auf eine sich immer schneller verändernde Arbeitswelt und ein stärker werdendes Zusammenspiel der Generationen und Arbeitsweisen muss man neue Wege gehen, Kompetenzen, Netzwerke und Gewohnheiten aufzubauen. Als EUFH-Absolvent kann ich nur bestätigen, dass der Erfolg, egal ob beruflich oder privat, in einer engen Verzahnung zu Theorie und Praxis steht. Ein Unternehmen kann nur dann digitaler, agiler oder innovativer werden, wenn es diese Grundsätze lebt und nachhaltig in der Belegschaft implementiert. WOL kann ein Werkzeug dafür sein, welches bei führenden Unternehmen, auch bereits in Deutschland, große Akzeptanz gefunden hat.

Aber was ist „Working Out Loud“ eigentlich?

“Working Out Loud“ ist eine Methode, um Beziehungen aufzubauen, die Dir auf verschiedene Art helfen können. Diese Vorgehensweise verbindet dabei altbekannte Weisheiten über Beziehungen mit modernen Arten, um Menschen zu erreichen und zu motivieren.

Anstatt zu netzwerken, um etwas zu bekommen, lebst Du eine großzügige Haltung vor. Du investierst in Beziehungen, die Dir wiederum Zugang zu anderen Kontakten, Wissen und Möglichkeiten verschaffen. Teil des Prozesses ist es, Wege zu erlernen, um Deine Arbeit sichtbar zu machen und sie als aktiven Beitrag für andere darzustellen. In Kombination ergeben diese Elemente eine sehr wirksame Herangehensweise an Deine Arbeit und Dein Leben. Wenn Du Working Out Loud anwendest, fühlst Du Dich gut und befähigt zur gleichen Zeit, weil die Praxis direkt in Deine Grundbedürfnisse nach Eigenständigkeit, ständiger Verbesserung und Sinnhaftigkeit einzahlt. Wenn ein Großteil des Unternehmens Working Out Loud anwendet, wird die Arbeit effektiver und erfüllender und die Kultur verändert sich hin zu mehr Offenheit und Zusammenarbeit.” (Quelle: workingoutloud.com)

Das klingt ja erst einmal ganz nett, aber wenig konkret und schwer greifbar ohne konkrete Anwendung. Also gehen wir ein Deck tiefer.

Ein WOL-Zirkel besteht aus 3-5 Menschen, die sich zusammenfinden und über 12 Wochen eine Art „Peer-Group“ bilden und sich gegenseitig entweder bei einem individuellen Ziel pro Person oder einem gemeinsamen Ziel unterstützen. Dabei kann dieses Ziel beruflich, aber auch privater Natur sein. Konkrete Beispiele aus meinen Erfahrungen wären: „Ich möchte einen Blog starten“, „wir wollen Erfahrungswerte für ein Kollaborationstool wie Microsoft Teams oder Slack schaffen“, „ich möchte meine Excel-Kenntnisse verbessern“ usw.

Man trifft sich also mit dieser Gruppe einmal in der Woche für eine Stunde und das zwölf Mal. Für jede Woche gibt es eine Art Anleitung und Agenda aus dem Working Out Loud Fundus. Das Herzstück der Methodik und der Aufgaben die man in diesen Wochen zusammen durchläuft, haben das Ziel, am Ball zu bleiben und sich ein passendes Netzwerk zu seinem Ziel aufzubauen. Dabei sind die Schritte sauber dokumentiert, einfach umzusetzen und leicht in den Arbeitsalltag zu integrieren. Ein schöner Nebeneffekt ist die Bildung von Routine in eben diesen Verhaltensweisen. Viele Übungen fordern übrigens Verwendung von sozialen Netzwerken  zur Erreichung der Netzwerkerweiterung. Sodass auch Kollegen, die vielleicht Berührungsängste haben oder generell die Sinnhaftigkeit dieser Möglichkeiten in Frage stellen, Erfahrungen aus erster Hand machen können.

Dies hat sich in meiner Erfahrung als besonders effektiv erwiesen bei Gruppen, die bewusst einen Alterskreis zwischen 20 und 60 Jahren mischen. Vor allem das Lernen generationsübergreifender Unterschiede und Erfahrung ist eines der wichtigsten Synergien von WOL.

Vorteile und Beispiele aus der Praxis

Wie bereits erwähnt, beschäftigen sich viele große und namhafte Konzerne mit dem Themenkomplex rund um Digitalisierung und Agilität in Unternehmen. Große Konzerne wie Bosch, Siemens, DHL oder BMW sind Vorreiter, genauso wie Hidden Champions, zum Beispiel mein jetziger Arbeitgeber und Kooperationsunternehmen während der Studienzeit, RLE International.

Was diese Methodik den Unternehmen und auch den teilnehmenden Kollegen bringt, lässt sich unter verschiedenen Aspekten beleuchten: Befähigung der Mitarbeiter zu einer modernen und agilen Arbeitsweise, zielorientiertes Arbeiten und Netzwerken, Verbesserung der Sichtbarkeit (lautes Arbeiten) als Gateway zur Stärkung der Unternehmensmarke, aber auch der persönlichen Marke, daraus resultierende Möglichkeiten im Beruf durch eine aktive Kontaktsuche, stärkere Teambindung unter Kollegen und viele weitere Effekte.

Beispiele aus meiner Praxis zeigen, dass die Einführung eines Kollaborationstools sich wunderbar für diese Methodik eignet. Ferner ist es ein klasse Tool, um Neueinsteigern im Unternehmen ein Werkzeug zur Vernetzung innerhalb des Hauses mit an die Hand zu geben. Es kann genauso gut aber auch als Personalentwicklungswerkzeug benutzt werden, um bestimmte Maßnahmen zu begleiten oder teure Schulungen zu ersetzen. Außerdem befähigt es einen, mit modernen Werkzeugen umzugehen und neue Kontakte zu erschließen. Die Community rund um WOL ist sehr aktiv und dankbar für jedes neue Mitglied. Ich kann nur jedem empfehlen, gerade als junger, aufstrebender Student, sich dies als ein Pilotprojekt mit in sein Praxisunternehmen zu bringen.

Und das Beste daran?

Es ist absolut kostenlos und frei verfügbar in Deutsch und Englisch unter: http://workingoutloud.com/circle-guides

Weitere Quellen, die ich persönlich empfehle zum Thema Working Out Loud:

Offizielle Website: http://workingoutloud.com

TED Talk von Author John Stepper https://www.youtube.com/watch?v=XpjNl3Z10uc

WOL Gruppe auf Facebook: https://www.facebook.com/groups/workingoutloud

Wer es gerne noch ein bisschen persönlicher mag, kann gerne beim Podcast Firmenfunk vorbeischauen, wo ich über meine Erfahrungen mit WOL spreche: https://firmenfunk.com/ff012-wol-story-von-sebastian-foerster

Ich stehe auch gerne für Rückfragen jederzeit bereit, idealerweise nicht über Email, sondern über soziale Netzwerke wie: LinkedIn, Xing oder Twitter

Sebastian Förster