Mit ihrem 7. Studio Album reiht sich P!nk in den Kreis der reifen Sängerinnen ein, die in den frühen 2000ern ihren Durchbruch erlangten. P!nk ist seit jeher bekannt für ihre offene und freche Art sowie ihre verspielte Musik. Von poppigen Partyhymnen wie „Let’s get the party started“ oder hochkalibrigen politischen Songs wie „Dear Mr. President“ bewies sie in den letzten knapp 20 Jahren, was sie auf den Kasten hat.

Ihr neues Studioalbum setzt leider keine neuen Maßstäbe, aber zeigt deutlich, wie weit sich die extrovertierte Künstlerin entwickelt hat. Die erste Single „What about us“ ist zugleich mein Lieblingssong auf der Platte. Der ausdrucksstarke Text schmiegt sich perfekt an den dominanten Rhythmus mit melodischer Theatralik an. Es ist definitiv der beste Pop-Song auf dem Album und profitiert von der Stimmgewalt der reifen Sängerin.

Deutlich frechere Stücke wie „Revenge“ (feat. Eminem) oder „Barbies“ lockern das teilweise eher statische Album auf und zeigen P!nk von ihrer gewohnten Seite mit einem Augenzwinkern.  Die zweite Hälfte des Albums verliert relativ schnell den Wind aus den Segeln und es folgt Ballade nach Ballade. Einzeln betrachtet durchaus stimmlich beeindruckend und melancholisch schön, wie zum Beispiel „Better Life“ oder „You Get My Love“, allerdings vermeintlich zu viele für eine Künstlerin wie P!nk.

Insgesamt ist das Album mit über 50 Minuten Spielzeit sehr ordentlich, allerdings ziehen sich vor allem die langsameren Stücke zum Ende hin, sodass hier und da noch ein Party-Track hätte platziert werden können.

Fazit:

P!nk ist eine tolle Künstlerin und seit über 20 Jahren zu Recht erfolgreich und relevant. Die zunehmend ruhigeren Stücke kann man leicht verzeihen, auch wenn es im Kontext des Albums etwas träge wirkt. Auf der Bühne werden sich aber genau diese Balladen in reduzierter Besetzung und mit Publikumsgesang sehr gut behaupten können.

Im Zeitalter des digitalen Musikkonsums kann ich nur jedem raten, sich die Stücke einzeln anzuhören und sich die besten in seine Playlist zu ziehen. Alle Songs sind es wert, einmal gehört zu werden, aber durch die zahlreichen Balladen werden es vermutlich wenig Songs in die Playlists für Fitness oder Bewegungssport schaffen.

Sebastian Förster