Einen Vortrag aus der „Management im Dialog“-Reihe habe ich zuvor nie besucht, dementsprechend war dies für mich (im 5. Semester) eine Premiere. Dennoch hatte ich keine große Erwartungshaltung. Das Thema klingt interessant, insbesondere wenn man sich Gedanken macht, wie es nach dem Studium weitergeht. Noch dazu soll der Vortragende ein Vorstandsmitglied sein, also wird er wohl wissen, worüber er redet! Da das Ganze auch noch kostenlos ist, gab es keinen Grund mehr, die Zeit nicht zu opfern. Prompt hat sich diese Entscheidung gelohnt!

Gleich als erstes hat Herr Echanove (Vorstand der Santander Consumer Bank) alle Erwartungshaltungen auf den Kopf gestellt, wie er in der Begrüßung in der kleinen Halle verkünden ließ. Es sollte kein einfacher Frontal-Vortrag werden, sondern ein echter Dialog, weshalb wirklich jeder im Raum Fragen stellen durfte (auch er selbst an uns). Es gab weder Mikro noch Beamer, denn er lief durch die Reihen und nahm jeden dran, der sich gemeldet hatte. Als wäre das nicht genug, lautete eine seiner zentralen Thesen, dass Vorstände der Vergangenheit angehören und mit den neuen Generationen bereits heute neue Organisationskonzepte etabliert werden – als Beispiel dafür nannte er die Technologiebranche.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde jedem Gast klar, dass dieser „Vortrag“ keiner mehr ist und es sicherlich keine „Success-Story“ gibt, welche trocken vorgetragen wird und die wir uns zum Vorbild nehmen sollen. Stattdessen gab er uns Einblick in die Konzepte der Zukunft, wo Vorstände keine Bedeutung mehr haben und Führungskräfte durch ihre Kompetenz strahlen, nicht durch ihre Position.

So entstand recht schnell eine angeregte Diskussion aus verschiedenen Sichtweisen und interessanten Standpunkten. Dass Herr Echanove immer wieder mit Humor geantwortet hat und auch mal Fragen zurückgegeben hat, führte zu einer entspannten und aufschlussreichen Diskussion.

Besonders erfrischend erlebte ich die bodenständige Art seiner Person und seiner Kollegen, die ihn unterstützt haben, und auch das hohe Interesse meiner Kommilitonen und der anderen Gäste. Den runden Abschluss bildete der Austausch nach Ende der Diskussion, wo man nochmal miteinander ins Gespräch kommen konnte bei Snacks und Getränken, denn auch meine Kommilitonen hatten eine Menge zu erzählen.

Dieser „Vortrag“ und ähnliche Veranstaltungen sind seltene Gelegenheiten von realen Menschen etwas zu erfahren, was man sonst vergeblich suchen würde. Die Chance auf sowas sollte man nutzen, denn man kann nur dazugewinnen!

Leonard Jansen, WI15