Dr. Nils Finger startete seine berufliche und akademische Karriere im Jahr 2006 an der EUFH in Brühl mit einem dualen Studium Logistikmanagement und einer parallelen Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung bei DB Schenker. Elf Jahre später hat er in Theorie und Praxis eine steile Karriere hingelegt und neben seinem Beruf und seiner Promotion auch das gesellschaftliche Engagement nicht zu kurz kommen lassen.

„Unsere Gesellschaft hier in Deutschland und Europa hat so viel Überfluss jeglicher Art – es ist mir wichtig, davon ein bisschen was zurückzugeben“, erklärt der bescheidene EUFH-Absolvent. Deshalb unterstützte er in diesem Jahr während eines Sabatticals zwei Non Profit Organisationen in Mexiko und in Guatemala. Zwei Jahre zuvor war er unter anderem an der Allgäu-Orient Rallye für wohltätige Zwecke beteiligt. Die EUFH war als Sponsor mit dabei.

Dass Logistik sein Ding ist, wusste Nils Finger schon früh, als er nach dem Abi ein spannendes Praktikum in der Ersatzteillogistik bei einer Tochter von ThyssenKrupp absolviert hatte. Seit Beginn seines Studiums arbeitet er nun bei DB Schenker und feierte schon in jungen Jahren 2016 sein 10-jähriges Dienstjubiläum dort. Mittlerweile hat er in vier verschiedenen Landesgesellschaften von DB Schenker gearbeitet – in Vietnam, Hong Kong, China und natürlich Deutschland. Zuletzt war er im globalen Key Account Team im Head-Office für Automotive Kunden zuständig und arbeitete zugleich als Teamleiter an verschiedenen internationalen kundenbezogenen Projekten. Nach seinem Sabbatical freut er sich nun auf neue, interessante Aufgaben bei DB Schenker.

Nebenberuflich macht es dem Logistiker sehr viel Spaß, Vorlesungen und Vorträge zu halten. Sein Wissensdurst, der ihn schließlich zum Doktortitel geführt hat, wird ihm bei dieser „Freizeitbeschäftigung“ sicherlich nützlich sein. Sein Promotionsstudium absolvierte Nils Finger in England, nachdem ihn das angelsächsische Studiensystem schon während seines Auslandssemesters in Australien zu EUFH-Zeiten fasziniert hatte. Sein Antrieb war aber vor allem sein Thema, bei dem es um Wissens- und Projektmanagement in Großkonzernen ging. „Ich habe im Austausch mit Kunden oder anderen Logistikdienstleistern sehr oft erfahren, dass von einem Projekt zum anderen das Rad immer wieder neu erfunden werden musste, weil Wissen verloren gegangen war oder nicht im richtigen Moment zur Verfügung stand. Diesem ganz praktischen Problem wollte ich unbedingt mit wissenschaftlichen Methoden zu Leibe rücken. Ich halte Optimierung in diesem Bereich für extrem wichtig, damit Unternehmen im internationalen Wettbewerb überleben können.“

Auf seine Zeit an der EUFH in Brühl blickt Nils Finger sehr gerne zurück. „Das duale Studium hat mir eine solide Wissensbasis in den wichtigen Bereichen Logistik, Management, wissenschaftliches Arbeiten und soziale Kompetenzen vermittelt, auf denen ich aufbauen konnte“, sagt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Und natürlich habe ich auch jede Menge Selbstdisziplin gelernt.“

Renate Kraft