Kürzlich lud die EUFH in Brühl zu einer Fachtagung zum Thema „Gelingende Kommunikation und Altersdiversität“ ein. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt Ge-Kom (Gelingende Kommunikation im Alter) wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Durch den demografischen Wandel nimmt der Anteil älterer Menschen auch in der Arbeitswelt, also in den Unternehmen, zu. Altersgemischte Teams gewinnen an Bedeutung und funktionieren nicht immer  reibungslos. EUFH-Forscher haben genau untersucht, ob und welche Kommunikationsschwierigkeiten  die Zusammenarbeit hemmen und wie Kommunikation vor dem Hintergrund der Altersdiversität gelingen kann. Denn eigentlich ist ja aus einer Gruppe, deren Mitglieder sowohl Erfahrung als auch frischen Wind mitbringen, viel Gutes zu erwarten.

Die Tagung richtete sich sowohl an Wissenschaftler, Interessierte aus dem Unternehmenskontext, Studierende und Gestalter im sozialen Umfeld, als auch natürlich an alle, die an Ergebnissen angewandter, interdisziplinärer Forschung zur altersgemischten Kommunikation interessiert sind.

EUFH-Präsident Prof. Dr. Birger Lang begrüßte die Gäste und stellte die EUFH vor, die mittlerweile rund 1.800 Studierende in 22 Studiengängen an fünf Standorten hat. Prof. Lang bedankte sich bei allen Mitwirkenden des interdisziplinären Ge-Kom-Projekts sowie insbesondere bei den Forscherinnen Prof. Dr. Monika Rausch und Prof. Dr. Michaela Moser. Das Projekt sei ein sehr gutes Beispiel dafür, wie an der EUFH die Forschung stets eng mit der Praxis und den Unternehmenspartnern der Hochschule verzahnt sei.

Prof. Dr. Michaela Moser warf noch einmal einen Blick zurück auf drei Jahre interdisziplinärer Forschungsarbeit. Dabei sei es zunächst wichtig gewesen eine gemeinsame Sprachebene zwischen Gesundheitswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften zu finden. Die verschiedenen sozialpsychologischen, soziolinguistischen und wirtschaftspsychologischen Grundlagen und die unterschiedlichen Perspektiven von Gesprächsanalyse und Management seien Herausforderung und Chance zugleich gewesen. Durch die Augen der jeweils Anderen auf die Dinge zu schauen, habe es am Ende erleichtert, neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Zur Tagung waren auch einige externe Redner eingeladen. Mit dem Eröffnungsvortrag führte Prof. Dr. Jutta Rump in das Thema Altersdiversität ein. Sie ist Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen. Sie setzt sich als Themenbotschafterin der Initiative Neue Qualität der Arbeit für Chancengleichheit und Diversity ein und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Innovationsfähigkeit und Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Impulsvorträge hielten Lars-O. Böckmann, Leiter Personalentwicklung, mit seiner Kollegin Dagmar Rehkopp, beide von den AWB Abfallwirtschaftsbetrieben in Köln, über ihre Erfahrungen mit Altersdiversität im Unternehmen, und Melanie Demor, Projektleiterin Ausbildungspatenprojekt vom Centrum zur beruflichen Orientierung in Köln, die zu Erfahrungen mit Altersdiversität im sozialen Kontext referierte.

Nach der detaillierten Vorstellung der Forschungsergebnisse durch Prof. Dr. Monika Rausch hatten die Teilnehmer am Nachmittag die Möglichkeit, ihre eigene Perspektive einzubringen und die Projektergebnisse mit eigenen Erfahrungen, Problemen und Lösungen in Verbindung zu bringen. Es war ausreichend Zeit, in moderierten Gesprächsrunden mit Experten aus Wissenschaft und Praxis darüber zu diskutieren, wie in der eigenen beruflichen Realität altersgemischte Kommunikation optimiert werden kann.

Renate Kraft